Unter Gämsen…

Bei unserem diesjährigen familiären Haupturlaub war wieder eine Rundreise mit dem Wohnmobil durch die Alpen geplant. Da mein Geburtstag wie in jedem Jahr in unsere Urlaubszeit fällt, war es mein Wunsch über die Vogesen in Richtung Schweiz zu reisen. Zuletzt hatte ich den französischen Gämsen im Herbst 2017 einen Besuch abgestattet, damals mit mäßigen Erfolg, nicht zuletzt wegen dem nicht optimalen Wetter. Wir kamen am späten Nachmittag Ende Juli am Hoheneck an und stellten uns am Rand der Route des Crêtes (Vogesenkammstraße) ab. Von hier sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zur Martinswand bzw. dem Gipfel des 1363m hohen Hohenecks, dem dritthöchsten Berg der Vogesen.

Da wir bei unserer Ankunft von einem heftigen Schauer begrüßt wurden, haben wir uns erstmal für eine Tasse Kaffee entschieden. Danach machte ich mich mit Ausrüstung auf den Weg zum Col de Falimont, einen Sattel zwischen Martinswand und Hoheneck. Von hier aus führt ein Wanderweg unterhalb des Hoheneck entlang, an den man Abends gute Chancen auf die Gämse hat. Da durch das unbeständige Wetter die meisten Wanderer bereits den Heimweg angetreten hatten, befanden sich schon einige Gämse beim Aufstieg aus den tieferliegenden Wäldern hinauf zu den Bergwiesen unterhalb des Gipfels. Glücklicherweise konnte ich den Zeitpunkt zwischen zwei Regenschauer optimal nutzen, allerdings wurde mir der Regen dann doch zu heftig und ich trat schon vor dem Sonnenuntergang den Heimweg an. Im Wohnmobil machten wir Abendessen und beschlossen die Nacht wie einige andere Camper an der Vogesenstraße zu verbringen.

Dies brachte den Vorteil morgens direkt zum Sonnenaufgang am Ort des Geschehens zu sein. Ich verzichtete erstmal auf das Geburtstagsständchen der Familie und machte mich gegen 5:30 Uhr auf dem Weg. Pünktlich zum Sonnenaufgang über dem Schwarzwald war ich vor Ort, einige Gruppen von Gämsen hielten sich zum äsen im Gipfelbereich des Hohenecks auf, bevor sie beim Eintreffen der Wanderer und Touristen den Abstieg in die Wälder antreten. Auch hier waren einige der Gämsen kooperativ und hielten sich auch an exponierten Stellen auf. So konnte ich entsprechende Bilder machen die nicht unbedingt nach Mittelgebirge aussehen.

Zum Frühstück empfang mich meine Familie mit einem gebührenden Frühstück und Geschenken. Für mich war es aber das größte Geschenk wieder einmal während des Familienurlaubes einen Fotospot aufsuchen zu können. Ja, es ist nicht immer einfach Familie und Naturfotografie unter einem Hut zu bekommen, aber am Hoheneck ist es zumindest vom zeitlichen Aufwand möglich und trotzdem zu einer befriedigender Ausbeute zu kommen. In den Alpen haben wir zwar auch Gämsen sichten können, aber entweder waren sie zu weit weg oder aber es war das entsprechende Equipment nicht im Rucksack. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich noch am Weißensee in Kärnten, unserer letzten Station unseres Sommerurlaubes. Auch hier habe ich Motive verpasst, bei einer Wanderung entdeckte mein Sohn Noah an einer Bergföhre 2 Dreizehenspechte, leider hatte ich neben dem Weitewinkel nur ein 100er Makro im Gepäck – ja so ist das im Familienurlaub…

Weitere Bilder werde ich bei meiner Rückkehr hinzufügen…