Mitte Mai zog es mich erneut für eine Woche an den Neusiedler See – einen Ort, den ich in den vergangenen Jahren immer wieder besucht habe und der mich jedes Mal aufs Neue begeistert. Die ersten Tage verliefen wettertechnisch allerdings eher durchwachsen. Vor allem der starke, teils stürmische Wind machte das Fotografieren nicht einfach. Doch mit jedem Tag wurde das Wetter besser, und so kam am Ende doch eine schöne Auswahl an Bildern zusammen, von denen ich Euch hier einige zeigen möchte.
Besonders gefreut habe ich mich über mehrere Brutpaare der Rotfußfalken, die sich gerade mitten in der Balz- und Paarungszeit befanden. Dadurch boten sich zahlreiche spannende Beobachtungen, und mit etwas Glück konnte ich sogar mehrere Kopulationen fotografisch festhalten.
Die Salzlacken rund um den Neusiedler See gehören zu den wertvollsten Lebensräumen der Region und bieten einer Vielzahl von Vogelarten ideale Bedingungen. In diesem Frühjahr machte sich jedoch der ausbleibende Regen deutlich bemerkbar. Einige Lacken waren bereits während meines Aufenthalts trockengefallen. Der starke Wind der ersten Tage beschleunigte diesen Prozess zusätzlich, indem er das verbliebene Wasser in die bereits ausgetrockneten Randbereiche drückte, wo es rasch versickerte. Leider handelt es sich um eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren immer häufiger zu beobachten ist. Als ich meine Reise beendete, waren sowohl die Martenhoferlacke als auch der Obere Stinkersee vollständig ausgetrocknet.
An der Beobachtungsplattform zwischen dem Oberen Stinkersee und der Lettengrube konnte ich erneut einige der hübschen Laubfrösche entdecken. Die kleinen Amphibien sind im dichten Schilf hervorragend getarnt und oft nur schwer auszumachen. Doch hat man erst einmal den ersten Frosch entdeckt, entwickelt man schnell ein Auge für die winzigen grünen Kletterkünstler und entdeckt plötzlich immer mehr von ihnen.
Auch wenn mein Hauptaugenmerk der Vogelfotografie galt, standen natürlich wieder Besuche bei den Zieseln und den Feldhamstern auf dem Programm. Besonders die Ziesel sorgen stets für beste Unterhaltung. Zwischen ihren Bauten herrscht ständig Betrieb: Es wird gegraben, gerauft, gefressen und neugierig die Umgebung erkundet. Den kleinen Erdhörnchen könnte man stundenlang zuschauen.
Mitte Mai kehren zudem die Bienenfresser aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika nach Europa zurück. Umso größer war die Freude darüber, in der Nähe meiner Unterkunft einen neuen Brutplatz dieser farbenprächtigen Vogelart zu entdecken. Die Lage erwies sich als ideal für Flugaufnahmen und bescherte mir einige schöne Fotomöglichkeiten. Daneben gab es natürlich auch zahlreiche weitere Motive, darunter Kuhreiher, Rohrweihen, Uferschnepfen und viele andere Arten.
Ein besonderes Highlight sind die Sonnenuntergänge am Neusiedler See. Das warme Licht und die weiten Flächen bieten perfekte Bedingungen für stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen. Vor allem Limikolen lassen sich dann eindrucksvoll in Szene setzen.
Wie so oft verging die Woche viel zu schnell. Die Tage waren lang und intensiv: Bereits um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, damit ich rechtzeitig zum Sonnenaufgang im Fotogebiet war. Nach dem Frühstück wurden verschiedene Gebiete erkundet und neue Motive gesucht, bevor am Abend erneut die Kamera für den Sonnenuntergang bereitstand. Zurück im Zimmer mussten die Bilder noch gesichert werden, bevor schließlich der Tag endete. Anstrengend war es ohne Frage – aber genau diese Mischung aus Naturerlebnis, Beobachtung und Fotografie macht den Reiz eines solchen Fotourlaubs aus.
Weitere Bilder vom Neusiedler See sowie eine Vorstellung der verschiedenen Fotolocations findet Ihr im Blogbeitrag „Naturfotografie im Nationalpark Neusiedler See“.










































