Jahresrückblick

24. Januar 2026
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24. Januar 2026 Thomas Weber

176 Tage draußen – meine Highlights 2025

Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, ist es weniger ein einzelnes Bild, das mir im Gedächtnis bleibt, sondern ein Gefühl: das Gefühl, immer wieder hinauszugehen. An 176 Tagen hatte ich die Kamera in der Hand. Nicht aus Pflicht, nicht aus Ehrgeiz, sondern aus dem Wunsch heraus, präsent zu sein und die Natur nicht nur zu sehen, sondern wirklich wahrzunehmen. Nicht jeder Fototag brachte besondere Lichtstimmungen oder außergewöhnliche Motive. Viele Tage waren ruhig. Grau. Unscheinbar. Und doch waren es gerade diese Tage, die meine Beziehung zur Naturfotografie vertieft haben. Sie haben gelehrt, dass Fotografie nicht immer aus Höhepunkten besteht, sondern aus Aufmerksamkeit.

Die meiste fotografische Zeit verbrachte ich bei den Uhus. Ohne nachgezählt zu haben, gehe ich davon aus, dass ich Hälfte meiner Fototage ibei unserer größten Eule im Wald verbracht habe. Dieses Bild entstand zum Ende des Winters.

Wenn das Licht im Frühjahr erstmals wieder weicher wird und der Boden noch die Kälte des Winters trägt, erscheinen die kleinen blauen Blüten des Leberblümchens fast unscheinbar – und ziehen doch den Blick magisch an. Das Leberblümchen zwingt zur Ruhe. Man fotografiert nah am Boden, langsam, aufmerksam, oft im diffusen Licht der frühen Monate. Nicht nur für mich läutet das Leberblümchen das neue Fotojahr ein.

Bereits sehr früh im Jahr beginnt die Wasseramsel mit der Balz und dem Nestbau und bringt damit Bewegung in eine Zeit, in der viele Landschaften noch still wirken. An winterlichen Bächen und Flüssen lässt sie sich beobachten, wie sie zwischen Steinen verschwindet, immer wieder auftaucht und ihren charakteristischen Gesang vorträgt. Kein anderer heimischer Vogel fasziniert mich so sehr wie die Wasseramsel und das jedes Jahr aufs neue.

Sobald die Nächte wieder etwas milder werden, erwachen in unseren heimischen Streuobstwiesen die „kleinen Kobolde“. Der Steinkauz (Athene noctua) gehört zweifellos zu den charakterstärksten Motiven der Naturfotografie. Ich freute mich gleich 2 Brutpaare entdecken zu können und auch hier ist das ein oder andere Bild entstanden.

Erstmals konnte ich Waschbären in freier Natur fotografieren. Eine Bärin hatte ihre Jungen in einer Baumhöhle aufgezogen und bot seltene Einblicke in ein sonst verborgenes Familienleben. Die Ausbreitung dieser Neozoon wird oft kontrovers diskutiert, doch für mich war es mein persönliches Highlight des Jahres.

Auch im vergangenen Jahr zog es mich an zwei Wochenenden an den Dümmersee. Seit meinen ersten Besuch im Jahr 2008 hat sich dieses Gebiet stark verändert, damals war man mehr oder weniger unter sich. Spätestens seit der Pandemie-Jahre ist das Gebiet während der Balzzeit der Brutvögel sehr stark frequentiert, ich befürchte das es über kurz oder lang zu Einschränkungen in Form von Sperrungen kommen wird.

Im Mai hatte ich eine Woche Fotourlaub, hier zog es mich zunächst in Richtung Kaiserstuhl, hier hatte ich gehofft Bienenfresser & Wiedehopf zu fotografieren zu können und auch Ausflüge in die Vogesen waren abgedacht. Leider spielte das Wetter nur 2 Tage mit und ich brach die Reise ab. Auf dem Rückweg machte ich Station im Pfälzerwald, eine Region die ich bis dahin immer links liegen gelassen haben. Ich blieb ein paar Tage und habe rund um das Dahner Felsenland eine tolle Region kennengelernt, die ich knapp einen Monat später gleich nochmals besuchte.

Füchse wissen ganz genau, dass die Mahd eine fette Beute verspricht. Wenn das hohe Gras fällt, verlieren Mäuse ihre Deckung, und für Meister Reineke beginnt das große Fressen. Für uns Fotografen ist das eine einmalige Chance, Füchse in Aktion zu erleben. Leider klappte es nicht einen befahrenen Bau zu finden, um Jungfüchse bei der Aufzucht zu beobachten und zu fotografieren.

Im Juli ging es mit dem Reisemobil in Richtung Alpen. Die Route führte uns zunächst über die Vogesen in das Berner Oberland. Auf dieser Reise stand das Steinwild auf unserer Wunschliste. Anschließend ging es weiter in Richtung Italien.


Auch im Gran Paradiso lag der Fokus auf Steinwild, welches hier sehr zahlreich vorkommt. Aber auch sonst hat diese Region einiges zu bieten.

Im Gegensatz zu seinem omnipräsenten Verwandten, dem Graureiher, macht der Nachtreiher seinem Namen alle Ehre. Er ist klein, kompakt und liebt das Verborgene. Wer ihn fotografieren will, braucht nicht nur ein gutes Auge, sondern vor allem Geduld. Nicht wenige Stunden verbrachte ich im Spätsommer in einem Naturschutzgebiet, um Bilder dieses seltenen Vogels zu machen.

Im Herbst ging es nochmal in die Alpen und wir lernten wieder neue Regionen wie das Engadin kennen. Hier konnten wir majestätische Steinböcke während unserer Wanderungen beobachten und fotografieren, bevor wir weiter in Richtung Südtirol und Dolomiten fuhren.

In den Dolomiten wurden wir von einem frühen Wintereinbruch überrascht. Die Stile während dieser Jahreszeit, fasziniert uns immer wieder aufs Neue.

Wenn ich auf die Speicherplatten schaue, sehe ich nicht nur Pixel, sondern echte Geschichten. Es war ein Jahr, das mir wieder einmal gezeigt hat, dass die besten Bilder nicht im Studio entstehen, sondern dort, wo man bereit ist, nasse Füße oder unzählige Stunden im Tarnversteck in Kauf zu nehmen. Aber es gab auch Enttäuschungen, so ist es mir auch in diesem Jahr wieder nicht gelungen meine ersten Dachse zu fotografieren, ein befahrener Bau war zwar gefunden, aber trotz mehrerer Ansitze in den Abendstunden, sind mir keine Fotos gelungen. Aber es muss ja noch Ziele geben…

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