Canon RF Telekonferter mit EF-Objektiv kombinieren
Ältere Canon Objektiv mit EF-Bajonett funktionieren mittels Adapterlösungen problemlos an Kameras der R-Serie wie z.B. der Canon R1 oder R5. Bis auf den zusätzlich mitzunehmenden Adapter gibt es höchstens ästhetische Nachteile. Ich nutze eine solche Lösung für mein EF 400mm 2.8 IS II, um dieses an meinen spiegellosen Gehäusen nutzen zu können. Hier kam in mir der Wunsch auf, die Brennweite mittels eines Telekonverters zu verlängern, um aus dem 400er ein 560mm 4.0 oder gar ein 800mm 5.6 zu erhalten.
Versuch macht klug
Um dies zu realisieren, hätte ich mit einfach die nötigen Extender dazu kaufen können. Da ich für mein RF 600mm f4 beide verfügbaren Canon-Extender als RF-Variante besitze, wollte ich nicht unbedingt zusätzlich 2 weitere Extender mitschleppen und auch der finanzielle Aspekt sollte nicht unerwähnt bleiben. Zunächst probierte ich es mit dem originalen EF/RF Adapter, dieser hat allerdings ein viel zu kleine Öffnung. Auch der Versuch zusätzlich zum Adapter einen Zwischenring zu nutzen, führte zu keinen Erfolg. Bei einer Recherche im Internet stiess ich auf die verschiedensten Adapter um Objektive mit EF-Bajonett an Kameras der Canon R-Serie zu nutzen. Bei vielen Händlern angeboten, wird der Auto Focus Adapter EF-EOS R des Herstellers Commlite. Auf den Produktbildern konnte man eine deutlich größere Öffnung erkennen und ich lies es auf einen Versuch ankommen.
Modifikation nötig
Leider passte auch hier keiner der Konverter, der Bereich oberhalb der Kontakte störte nur minimal. Eine Modifikation wäre vielleicht eine Lösung, gedacht – getan. Mit einer feinen Rundfeile versuchte ich das störende Element zu beseitigen. Nach einer Weile löste sich der obere Bereich auf und die Steuerungsplatine wurde sichtbar. Da ich mit der Feile nicht präzise genug arbeiten konnte, nahm ich ein Multifunktionstool zur Hilfe, hiermit konnte ich gezielt die letzten störenden Elemente entfernen, bis ich tatsächlich den RF-Extender ansetzen konnte. Wichtig ist es, bevor man den Adapter ansetzt, sämtliche Kunststoffpartikel zuvor mit einem Pinsel oder Kompressor zu beseitigen. Bei mir lies sich der Adapter, nachdem ich noch minimal weiter gefräst hatte, geschmeidig ansetzen.
Erste Versuche
Erwartungsgemäß funktionierte der Autofokus einwandfrei, allerdings wurde im Sucher trotz angesetzten Konverter lediglich die ursprüngliche Brennweite vom 400mm angezeigt und auch die korrekte Blende wurde nicht übertragen, die Kamera gaukelt eine Blende von f2.8 vor. In den Exif-Daten stellt sich dies genauso dar, aber witzigerweise wird dort das Objektiv zusammen mit den Konverter angezeigt, siehe Foto. Bei Tests draußen in der Natur, konnte die Kombination inzwischen bereits überzeugen. Der Autofokus greift zuverlässig und auch die Schärfe der Kombination stellen mich zufrieden. Letztendlich habe ich durch diese DIY-Lösung rund 500 EUR für zwei zusätzliche Adapter gespart und muss nicht noch mehr Gedöns mit mir rumschleppen. Der Commlite Adapter ist im Handel für rund 60 EUR erhältlich.

In Lightroom wird im den Bilddaten die ursprüngliche Brennweite von 400mm angezeigt, anstatt der verwendeten 560mm, auch bei der Blende werden nicht die korrekten Daten angezeigt
Hinweis
Bei dieser Modifikation kann es zur Beschädigung sowohl am Konverter als auch an der Kamera bzw. Objektiv kommen. Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Beschädigungen, Nachahmungen erfolgen auf eigenes Risiko.



