Vom Spiegel zur Spiegellosigkeit – und warum am Ende auch der Stativkopf dran glauben musste

Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich meine Fotoausrüstung nahezu vollständig auf Canons spiegelloses R-System umgestellt. Der Umstieg erfolgte dabei Schritt für Schritt: Zunächst ersetzte ich meine Kameragehäuse durch spiegellose Varianten und nutzte meine vorhandenen EF-Objektive weiterhin – adaptiert über zwei EF-RF-Adapter. Anders wäre es schließlich auch nicht gegangen 😉

Erfreulicherweise funktionierte das Zusammenspiel aus „alten“ Objektiven und neuen Gehäusen absolut reibungslos. Der Autofokus arbeitete genauso zuverlässig, wie ich es von meinen bisherigen Kameras gewohnt war. Trotzdem war für mich schnell klar, dass ich mittelfristig auch den Objektivpark modernisieren wollte. Einige Brennweiten wurden ohnehin nur selten genutzt – hier bot sich die Gelegenheit, etwas zu verschlanken.

Heute sind nur noch drei EF-Objektive übrig: ein 300mm f/2.8, ein 180mm f/3.5 Makro und das 50mm f/1.4. Der Rest wurde nach und nach durch RF-Objektive ersetzt. Und das hat sich gelohnt: Die neuen Linsen sind in der Regel deutlich leichter und kompakter. Besonders spürbar war das beim Wechsel meines alten 600mm f/4 der ersten Generation. Mit rund 5,7 kg war dieses ein echter Brocken – im Vergleich dazu fühlen sich die etwa 3,1 kg der aktuellen Version wie eine echte Befreiung an.

Diese Gewichtsersparnis hatte allerdings eine unerwartete Konsequenz: Plötzlich waren meine Stative inklusive Kopf schwerer als die eigentliche Ausrüstung. Und das ergab ehrlich gesagt wenig Sinn.

 

Auf der Suche nach einer leichteren Lösung

Für die Vogelfotografie nutzte ich bisher bevorzugt meinen Wimberley WH-200 Gimbal-Kopf in Kombination mit einem stabilen Gitzo-Stativ. Eine hervorragende Lösung – insbesondere für Flugaufnahmen. Dennoch störten mich immer wieder zwei Dinge: das hohe Gewicht und die sperrigen Maße beim Transport.

Also begann ich, nach Alternativen zu suchen. Dabei stieß ich auf den Flexshooter Pro, der sich in der Naturfotografenszene in den letzten Jahren einen sehr guten Ruf erarbeitet hat. Der Zufall spielte mir zusätzlich in die Karten: Bei einem Spaziergang an einem nahegelegenen See traf ich einen anderen Naturfotografen, der genau diesen Kopf im Einsatz hatte. So konnte ich mir direkt vor Ort einen ersten Eindruck verschaffen.

Wenige Tage später war die Entscheidung gefallen – und der Flexshooter bestellt. Bereits am nächsten Tag lag das Paket vor der Tür.

Flexshooter Pro – leicht, kompakt und überraschend vielseitig

Der erste Eindruck: deutlich kompakter und vor allem leichter. Mit etwa 735 Gramm bringt der Flexshooter Pro gerade einmal rund die Hälfte meines bisherigen Gimbalkopfes auf die Waage.

Ist das Objektiv sauber austariert, steht der Flexshooter dem klassischen Gimbal in nichts nach. Die Bewegungen sind weich, präzise und widerstandslos – und nach einem Schwenk bleibt alles zuverlässig in Position.

Besonders begeistert hat mich die Vielseitigkeit: Durch das Lösen der äußeren Kugel lässt sich der Kopf auch als klassischer Kugelkopf verwenden. Damit wird in vielen Situationen ein zusätzlicher Stativkopf überflüssig – ein echter Gewinn, gerade auf Reisen.

Ein weiterer Pluspunkt zeigt sich bei bodennahen Perspektiven, die ich persönlich sehr gerne nutze. Während bei Gimbal- oder Videoneigern oft eine zusätzliche Nivelliereinheit erforderlich ist, die die tiefste Stativposition einschränkt, löst der Flexshooter dieses Problem elegant. Die Nivellierung erfolgt über die äußere Kugel und lässt sich mithilfe einer Wasserwaage präzise einstellen. Ist sie fixiert, verwandelt sich der Kopf in einen stabilen 2-Wege-Neiger.

Bedienung und Praxis

Die Bedienung ist durchdacht und schnell verinnerlicht:

  • Der Schnellspanner nimmt Arca-Swiss-kompatible Profile sicher auf
  • Eine Rändelschraube ermöglicht die Feinjustierung der Klemmkraft
  • Die innere Kugel kann fixiert oder in ihrer Friktion eingestellt werden
  • Die äußere Kugel dient zur Nivellierung und wird über einen Hebel arretiert

Wichtig ist dabei, das Objektiv korrekt auszubalancieren und richtig in die Klemme einzusetzen – entsprechende Markierungen helfen dabei.

In der Praxis zeigte sich schnell: Die Performance mit Teleobjektiven ist absolut vergleichbar mit meiner bisherigen Gimbal-Lösung. Auch mit meinem etwas höher bauenden Austauschfuß gab es keinerlei Probleme.

Auffällig ist eine leichte Dämpfung im äußersten Schwenkbereich, insbesondere bei vertikalen Bewegungen. Diese wird durch Elastomere erzeugt und verhindert harte Anschläge. Ein interessantes Detail – über die Langzeit-Haltbarkeit wird sich zeigen, wie gut diese Lösung wirklich ist.

https://youtu.be/7jtoM6pGZdE

Fazit nach zwei Jahren Nutzung

Nach mittlerweile knapp zwei Jahren im Einsatz hat mich der Flexshooter Pro voll überzeugt. Auf Reisen ist er inzwischen mein einziger Stativkopf – egal ob für Wildlife-, Makro- oder Landschaftsfotografie.

In Kombination mit einem leichteren Stativ konnte ich mein Setup um mehr als 1,5 Kilogramm reduzieren. Ein Unterschied, den man gerade auf längeren Touren deutlich spürt.

Transparenz & Hinweis

Ich habe den Flexshooter ganz regulär zum üblichen Verkaufspreis erworben. Dieser Bericht basiert ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und ist nicht gesponsert.

In Deutschland ist der Kopf unter anderem bei Augenblicke Eingefangen erhältlich. Wenn ihr euch für den Kauf entscheidet und meinen Link nutzt, erhalte ich eine kleine Provision – für euch ändert sich am Preis selbstverständlich nichts.

Werbung: In Deutschland ist der Kopf bei Augenblicke Eingefangen erhältlich. Solltet Ihr Euch für den Kauf dieses oder eines anderen Artikels entscheiden, profitiere ich bei der Nutzung des Links davon.

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