Tarnen bei der Pirschfahrt

Das benötigte Material bekommt man im Internet...Das ein Auto ein hervorragendes Tarnzelt abgibt ist jedem Naturfotgrafen bekannt, viele Wildtiere haben sich an die Blechhaufen gewöhnt und akzeptieren diese. Auch ich nutze immer wieder meinen PKW um zum Beispiel Rehwild aus diesem zu fotografieren. Damit ich im Fahrzeug nicht als Mensch wahrgenommen werde, habe ich mir ein Hilfmittel gebastelt. Das benötigte Zubehör ist im Internet schnell bestellt und kostet insgesamt nicht mehr als 18 EUR zzg. Porto. Benötigt werden 2m Spannfix incl. Ösen, einen Tarnschal und 2 Saughaken. Den Netzschal fädelt man auf das Spannfixseil wie auf eine Gardinenstange, dannach wird das Seil evtl. entsprechend in der Länge angepasst. Auf die Enden der Seils werden die Metallösen eingedreht. Fertig!

Die Saughaken werden an den Scheiben des Fahrzeugs angebracht, die Ösen werden eingehakt und die Tarngardine wird entsprechend gespannt. Achtung: Nicht zu sehr spannen, sonst halten die Haken nicht. Zusätzlich kann man auch auf der anderen Seite des Fahrzeugs ebenfalls eine "Gardine" anbringen, was den Tarneffekt natürlich erhöht.

 Das Tarnnetz wird auf das Seil gefädelt... Das Seil auf die richtige Länge kürzen...   Eine Öse mit dem Gewinde eindrehen...

 

Tamron SP 150-600mm VC USD

Anfang November kündigte der Hersteller Tamron ein neues Ultratelezoom für Anfang 2014 an. Seit 17.01.2014 ist das Tamron SP 150-600mm Di VC offiziell in Deutschland erhältlich. Neben den Brennweitenbereich und den technischen Daten ist auch der Preis sehr interessant. Die Neugier war sehr groß und so bestellte ich kurzerhand ein Exemplar um mir ein Bild von der Low-Budget Linse zu machen.

 

Technische Daten des Tamron SP 150-600mm Di VC

Brennweitenbereich: 150-600mm

Lichtstärke: f5-6.3

Naheinstellgrenze: 2,7m

Blendenlamellen: 9

Filtergröße: 95mm

Gewicht: 1950g

Bauart: Drehzoom

Sonstiges: VC (Vibraion Compensation), USD (Ultrasonic Silent Drive), Sonnenblende, Abnehmbare Stativschelle

 

Erster Eindruck

tam01Das Objektiv wird in einem schlichten Karton geliefert, diesem liegt eine Gebrauchsanweisung, eine Garantiekarte und ein Downloadcode für den RAW-Konverter SilkyPix Studio bei. Registriert man das Objektiv innerhalb der ersten 2 Monate nach dem Kaufdatum, erhält man von Tamron Deutschland eine 5-jährige Garantie. Der Tubus und die Sonnenblende sind in einer Tüte eingepackt. Beim herausnehmen aus der Verpackung merkt man gleich, dass dieses Objektiv solide verarbeitet ist. Der Zoom- und Fokusring laufen sehr leicht, ein Spiel ist hier nicht festzustellen. Dies gilt auch für den Tubus wenn er auf die maximale Brennweite von 600mm herausgefahren ist. Die Stativschelle ist recht massiv und sitzt sehr gut, leider hat sie keine Rasterung für Hoch- bzw. Querformat, dafür sind aber Markierungen für die jeweilige Position am Objektiv vorhanden. Die Rändelschraube zum festziehen ist sehr griffig, das Objektiv lässt sich gut am Fuß tragen, trotzdem könnte dieser einen Tick länger sein. Die Gegenlichtblende ist aus Kunststoff gefertigt und wirkt gegenüber dem hochwertigen anmutenden Finish des Objektivs etwas einfacher, sie lässt sich durch eine Markierung leicht anbringen und hat einen festen Sitz. Der Objektivdeckel hat den für Tamron typischen Innengriff und sitzt perfekt. Bei angesetzten Body wirkt des Objektiv etwas kopflastig, der Eindruck verschärft sich natürlich bei voller Brennweite. Dieses Eigenschaft teilt sich das Tamron auch mit anderen Zoomobjektiven die über einen derartig großen Brennweitenbereich verfügen.

 

Erster Einsatz

Nachdem der erste Eindruck durchweg positiv ist, bin ich gespannt wie sich die neue Linse in der Praxis schlägt. Bei trübem bedecktem Himmel geht es für erste Tests in die heimische Ansitzhütte nahe dem Waldrand. Als Kamera kommt eine EOS 5D MK III zum Einsatz, also ein Vollformat-Gehäuse. Positiv überrascht bin ich vom Geräusch des Autofokus-Motors, der ist sehr leise, da bin ich von anderen Fremdherstellern schlimmeres gewohnt. Der erste gefiederte Freund lässt nicht lange auf sich warten, also anvisieren , scharfstellen und abdrücken. Die Optik fokussiert sicher und auch überraschend schnell für ein Zoom-Objektiv, ein pumpen bzw. hin-und herfahren des Motors konnte ich nicht feststellen. Nach meinem subjektiven Eindruck liegt es hier, verglichen mit meinem Canon EF 100-400mm, leicht vorne.

Das hier gezeigte Bild ist vom Stativ mit ausgeschalteten VC (Bildstabilisator) bei Offenblende (f6.3) entstanden. Die RAW-Datei wurde lediglich mittels Lightroom in JPG umgewandelt und verkleinert, eine weitere Bearbeitung (schärfen usw.) ist nicht erfolgt.

Hier die kompletten Kameradaten: EOS 5D MK III - 600mm - f6.3 - 1/320sec - ISO1000 - VC off

 

  Originalbild verkleinert auf 600x400

 

  Ausschnitt verkleinert auf 600x400

 

 Ausschnitt verkleinert auf 600x600

 

test shot tamron cut03 600x600

100 % Ausschnitt aus Originaldatei

 

Download Originalbilder

 

Beim betrachten am PC war ich positiv überrascht, bei einer entsprechenden Nachbearbeitung steckt sicher noch einiges an Potenzial in den Dateien.

Bei eingeschalteten VC (Bildstabilisator: Vibration Compension) gelingen auch aus der Hand Bilder, die ohne diese Technik nicht möglich wären. Dabei arbeitet der VC nahezu lautlos und sehr effektiv, auch hier würde ich verglichen mit dem Canon EF 100-400mm das Tamron leicht vorne sehen. Erwähnen möchte ich auch noch die Naheinstellgrenze von gerade einmal 2,7m, wodurch das ein oder andere Macromotiv auch vor diesem Objektiv nicht sicher sein wird. Weitere Bilder und Tests werden in den nächsten Wochen sicher noch folgen.

 

Einsatz mit Telekonvertern

Der Einsatz von Canon-Konvertern ist an dem Tamron SP 150-600mm VC Di wegen der vorstehenden hinteren Linse der Konverter nicht möglich. Daher kramte ich aus dem Fotoschrank  den Soligor C/D4 AF 1,7 Tele-Konverter heraus und setzte ihn zusammen mit dem Tamron und der EOS 1D MK IV ein. Der Autofokus akzeptiert den Konverter, wird aber deutlich langsamer, trifft nicht mehr so zuverlässig wie zuvor und neigt zum pumpen. Dagegen funktioniert der Autofokus mit dem gleichen Konverter an der EOS 5D MK III überhaupt nicht mehr, lediglich mit dem manuellen Fokus lässt sich die Kamera auslösen. Man muss natürlich bedenken, dass man schon sehr gute Bedingungen benötigt, denn das Objektiv besitzt ja nun mal nur eine Anfangsblende von f6.3 bei der Brennweite von 600mm.

 

Fazit

Auch nach den ersten Tagen bleibt das Tamron SP 150-600mm VC Di für mich ein sehr interessantes Objektiv, den Neupreis von 1299 EUR kann man durchaus als Sensation bezeichnen, zumal der Straßenpreis bereits deutlich darunter angesiedelt ist. Es ist erstaunlich welche Bildqualität moderne Zoomobjektive heute bieten können. Sicher werden einige potenzielle Käufer durch die Lichtstärke des Objektivs verunsichert sein, wenn man aber die aktuellen Kameras und ihre Leistungsfähigkeit bei hohen ISO-Werten betrachtet, rückt dieses Manko ein wenig in den Hintergrund. Dafür erhält der Käufer ein gut händelbares und flexibles Objektiv, was in vielen Situationen seine Daseinsberechtigung haben wird. Bei mir wird es sicher auf der ein oder anderen Bergtour mit von der Partie sein. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich unseren Sohn in der Rückentrage durch die Schweizer Alpen getragen habe, während meine Frau die 500mm Festbrennweite im Rucksack für mich getragen hat... Dummheit oder einfach nur Liebe?

In der Vergangenheit habe ich Neueinsteigern immer zum Canon EF 100-400 bzw. zum EF 400 5.6 geraten, diese Empfehlung würde aktuell zugunsten des Tamrons ausfallen. Immerhin erhält man mit einer Canon Crop-Kamera den Ausschnitt eines 240-960mm Objektivs und damit ist sicher schon einiges machbar in Sachen Naturfotografie.

 

 

Ein Kurztrip zu den Gämsen

Schon oft habe ich versucht im Familienurlaub in den Schweizer Alpen Gämse in ihrem Lebensraum abzubilden. Leider nur mit mäßigen Erfolg, entweder war ich zur falschen Tageszeit vor Ort oder aber die Tiere waren einfach zu scheu. Angeregt durch tolle Bilder und Berichte im Internet, nutzte ich Anfang Juli 2 Tage Resturlaub in Verbindung mit einem Wochenende, um es mit den Gämsen einmal bei unseren französischen Nachbarn zu probieren. Am frühen Nachmttag erreichte ich den Parkplatz auf dem 1363m hohen Hohneck im Naturpark Ballons des Vosges, von wo aus ich bereits die ersten Gämse auf der Hochebene ausmachen konnte.

Mit dem Teleobjektiv und einem Einbein "bewaffnet" machte ich mich erst einmal auf dem Weg um die nähere Umgebung des Hohnecks zu erkunden. Nach wenigen Metern konnte ich schon die ersten Gämse erspähen und auf den prächtig blühenden Bergwiesen recht ansehnlich im Bild festhalten. Der Himmel war dicht bewölkt, der Wind war recht stark und bließ häufig Nebelfelder über den Gipfel, was mir aber insgesamt recht gut in die Karten spielte.

An der Hangkante angelangt hat man einen schönen Blick ins Tal und auf die schroffen Felsen der Martinswand. Durch den Nebel wirkten ihre Abgründe teilweise bedrohlich. Der Wanderpfad der in ihre Richtung führt ist aber recht leicht zu gehen, trotzdem sollte man natürlich festes Schuhwerk tragen. Überall in den Hängen befinden sich Felsnadeln und Felskanzeln die für ein Mittelgebirge recht ungewöhnlich wirken und schon eher an ein Hochgebirge erinnern. Also genau das richtige Terrain für die klettergewandten Gämse und die richtige Kulisse für Naturfotografen.

Um mich von der Fahrt etwas zur erholen und um etwas zu Essen habe ich mich erst einmal zum Parkplatz zurückgezogen. Neben dem Gipfelhaus auf dem Hohneck gibt es in der näheren Umgebung noch mehrere Möglichkeiten um einzukehren, wenn auch nicht alle außerhalb des Wochenendes geöffnet haben, dass sieht aber in der Hauptsaison bestimmt anders aus. Nach 18 Uhr wurde es deutlich ruhiger und ich machte mich erneut auf die Suche. Überrascht stellte ich fest wie viele Tiere inzwischen die schützende Wand verlassen hatte, um in der Nähe des Gipfels zu ähsen. Bei korrekten Verhalten hat man hier die Möglichkeit den Tieren sehr nah zukommen, es sind sogar Portraits möglich.

Vom Weg aus konnte ich immer wieder Familienverbände mit Jungtieren entdecken und fotografieren. Kurz vor Sonnenuntergang kam die Sonne auch noch einmal kurz durch und ich bekam die Möglichkeit auf einige Gegenlichtaufnahmen. Um Morgens möglichst früh vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, entschloß ich mich auf dem Berg zu übernachten.

Über Nacht klärte der Himmel auf und es wurde doch sehr kühl. Ohne Wecker wachte ich pünktlich vor Sonnenaufgang auf und ich freute mich über den Anblick von zahlreichen Gämsen. Es ist schon erstaunlich wie wenig scheu die Tiere hier oben sind, es liegt wohl daran, dass die Gämse nach meinen Informationen hier oben nicht bejagd werden. Das ist in meinen bevorzugten Gebieten in der Schweiz anders, um ähnliche Bilder zu machen ist dort erheblich mehr Aufwand von Nöten. Im Laufe des Vormittags zogen sich die Gämse immer weiter in den Hang und in die tiefer gelegenen Wälder zurück und der Abend gestaltete sich komplett anders als der vorherige. Es waren nur vereinzelt Tiere anzutreffen, ich führe dies auf das Wochenende mit der erhöhten Anzahl an Freizeitakteuren zurück, die sich während des gesamten Tages in der Nähe des Gipfels aufhilten. Mit der Bildausbeute war ich insgesamt sehr zufrieden und es war nach einem aus fotografischer Sicht eher mäßigen Frühjahr mal wieder schön Bilder in der Natur zu machen...

 

Bildsicherung

Hört man sich unter befreundeten Fotografen zum Thema Bildsicherung bzw. Datensicherung um, merkt man schnell, dass dieses Thema von vielen immer noch sehr stiefmütterlich typisches NAS-Aufwerk von QNAPbehandelt wird. Dabei war es zu Analogzeiten bereits bei professionellen Fotografen sehr verbreitet, zusätzlich zu den Originalen, eine Kopie eines Dias außerhalb der eigenen vier Wände zu deponieren. Dies war mit einer unmenge an Arbeit verbunden, umso verwunderlicher ist es, dass im heutigen digitalen Zeitalter häufig darauf verzichtet wird. Dabei sind die Gefahren ja nicht gerade weniger geworden. Galt es früher sich vor Diebstahl, Feuer oder Elementarschäden zu schützen, so sind heute Schäden durch Hardwareausfall, Computervieren oder Hackerangriffen an der Tagesordnung. Aber wie sichert man sich efektiv ab, gibt es eine hundertprozentige Sicherheit?

Durch die immens gewachsenen Datenvolumen nicht nur in der digitalen Fotografie, macht eine Sicherung der Daten aus meiner Sicht nur auf einem magnetischen Datenträger wie einer Festplatte einen Sinn. Zum einen sind sie von der Speicherkapazität als auch vom finanziellen Aufwand her am besten geeignet. Zwar haben auch die optischen Datenträger durch neue Formate (Blu-ray mit 100GB) ihre Kapazität immer weiter gesteigert, aber der Kostenaufwand ist entsprechend hoch. Man sollte außerdem den hohen Anspruch dieser Medien an die Lagerung nicht vergessen, ansonsten droht schon nach kurzer Zeit Datenverlust, da sich die Datenträger nicht mehr lesen lassen.

Mein Weg

Ich möchte hier nur kurz und knapp meinen Weg zu einer möglichst hohen Sicherheit erläutern. Ich importiere meine Bilddateien mit der Software Adobe Lightroom von der Speicherkarte auf ein NAS-Laufwerk mit Raid-Funktion. Der hier vorhandene Speicherplatz wird also auf einem weiteren Datenträger innerhalb des NAS-Laufwerks automatisch gespiegelt. Fällt eine Festplatte durch einen mechanischen Defekt aus, bleiben die Daten auf dem Mirror-Laufwerk erhalten. In einem solchen Fall muss also lediglich die defekte Platte getauscht werden.

Beachten muss man aber, dass jede Änderung der Originaldatei auch die Änderung der Kopie auf dem gespiegelten Laufwerk zur Folge hat. Wenn ich also versehentlich eine Datei lösche oder bearbeite, erfolgt diese Änderung immer auf beiden Laufwerken. Vereinfacht kann man sagen, dass lediglich die Verfügbarkeit der Daten erhöht wird, nicht aber deren Sicherheit.

FreeFileSyncWeiter muss bedacht werden, dass die Daten auch weiterhin durch Diebstahl, Feuer oder Blitz verloren gehen können. Um auch den Datenverlust durch diese Fälle mehr oder weniger auszuschliessen, ist ein Backup auf einen weiteren Datenträger unumgänglich. Für die Backups besitze ich zwei externe USB 3.0 Festplatten, eine lagert außerhalb meines Haushaltes, die andere ist mit meinem PC verbunden. Auf dieser führe ich in unregelmäßigen Abständen mit Hilfe der Freeware FreeFileSync inkrementelle Backups durch, es werden also nur die neuen und die geänderten Dateien auf das Laufwerk geschrieben, dadurch wird eine menge Zeit gespart. Das externe Laufwerk tausche ich dann regelmäßig mit dem außer Haus gelagerten aus, so das im Falle eines Falles lediglich die Bilder aus dem Zeitraum des letzten Tausches verloren gehen.

Fazit

Der zeitliche Aufwand ist mehr als überschaubar, der finanzielle dagegen ist schon recht hoch - was ist aber schon billig an dem Hobby Fotografie? Ich denke die Bilder und die damit verbundenen Erinnerungen sollten es Wert sein. Die Anfangs erwähnte hundertprozentige Sicherheit ist zwar nicht erreicht, aber man ist schon nah dran.

Für alle die sich jetzt fragen ob ich zusätzlich zum Gürtel auch noch Hosenträger trage - nein, mache ich nicht!